Sigma Sport Bike Marathon 2020

Vielleicht ist es eine spezielle Einleitung, wenn man mit einer Danksagung an den Veranstalter
beginnt. Jedoch ist 2020 ein spezielles Jahr – auch was den Sport betrifft. Daher ein dickes Lob und
ein fettes Dankeschön an den Veranstalter der Sigma Sport Challenge 2020! Mit einem durchdachten Konzept wurde ein Event auf die Beine gestellt, das zeigt, dass Sportveranstaltungen im Corona-Jahr möglich sind. Die Grillparty war dank Sonne im Überfluss für jeden inklusive.

Bereits am Samstag war ich beim Trailrun gemeldet. Mit 13km und knapp 300 Höhenmetern sollten die Beine etwas vorglühen. Garantie dazu gab’s allein schon durch die knapp 30 Grad zum Start auf dem Haardter Sportplatz. Durch den Streckenverlauf über perfekte Pfälzer Trails im umliegenden Wald waren die Laufbedingungen jedoch erträglich, und das Wasser an den zwei Verpflegungsstellen eine durchaus willkommene Erfrischung.

Wenn du aus Startblock 1 startest (das Konzept war auf einen Rolling Start à 10 Personen mit 1min Abstand und Nettozeitmessung ausgelegt), dann heißt es von Beginn an Ballern. So schossen wir mit dem Startschuss das kurze, und nahezu einzige Asphaltstück hinab. Kumpel Torsten Wambold war hier mein Zugpferd. Die anschließende Schotterpassage bergauf strecke die Kleingruppe in die Länge und so war auch auf der Strecke Abstand gewahrt. Nach etwa Renndrittel fand ich mich auf Position 7 einsortiert – Puls 172 richtig schön im Laktatbereich. Wer auf die Karte Flachpassagenerholung setzte, wurde wohl enttäuscht: Trailrun lässt dir nahezu keine Erholungspausen und insbesondere auf technischen Abschnitten musst du zusätzlich hochkonzentriert bleiben, um nicht umzuknicken oder gar zu stürzen. Doch keine Sorge! Auch als Trailrun-Neuling kommt man in Neustadt voll auf seine Kosten, da man die Pace ja selbst bestimmt und man nicht zur Laktatdusche gezwungen wird – außer vom eigenen Ehrgeiz und inneren Schweinehund. Als es in den letzten langen Trail runter zur Burg ging, fühlte ich mich im Flow. Tänzelnd zwischen den Steinen und Wurzeln konnte ich zwei Mitstreiter bergab überholen und sogar eine kleine Lücke reißen. Ab jetzt weiter Vollgas und nur nicht wieder einfangen lassen! Der Puls kletterte über 180 Schläge. Noch zwei Kilometer bis zum Ziel – zum Umdrehen keine Zeit. Wenn die vereinzelten Zuschauer am Streckenrand kurz nach dir das Klatschen einstellen, dann hast du etwas Vorsprung rausgelaufen. Die Ziellinie erreichte ich nach
56min44,4s auf Rang 5 – mit 30 Sekunden Vorsprung auf Rang 6 und ca. dreieinhalb Minuten
Rückstand auf den überragend laufenden Sieger Lennart Nies. In meiner Alterskategorie der „Neu- 40iger und darüber“ konnte ich mir den Sieg sichern – Dank beherztem Downhill an der Burg.

Nach dem Trailrun-Samstag folgte der Bike-Marathon-Sonntag. Auch wenn die Pulsuhr viel lieber ein paar Tage Erholung gehabt hätte, so stand die Teilnahme auf der Marathondistanz über 45km und knapp 1.000 Höhenmeter weiterhin fest. Da es jedoch eine Hitzeschlacht werden würde, entschied ich mich schon vor dem Start für den Support von Freundin Sara – die am Vortag ebenfalls den Trailrun absolviert hatte und trotzdem auf die Tube drücken wollte. Wir sortierten uns in einen der mittleren Startblocks ein. Auch hier wurde das Konzept von zehn Startern à eine Minute Abstand und Nettozeitmessung perfekt umgesetzt. Dank der Höhenmeterdifferenz vom Zentrum in Neustadt bis zum Start/Zielbereich auf dem Haardter Sportplatz war das Einfahren bereits mit dem Transfer erledigt – und durch die brutzelnde Sonne herrschte Nestwärme trotz eingehaltener Abstandsregelung.

Einerseits ist es schon etwas gewöhnungsbedürftig, wenn am Start weg nicht gleich ein Gedrücke um die Position für den ersten Trail herrscht. Aber mal ehrlich: hat es nicht auch seinen Reiz, wenn man von Beginn an sein Tempo fahren kann und der Trail erlebbar wird? Für die Spitze ist es natürlich schwierig seine Position einzuschätzen, wenn man in unterschiedlichen Startblöcken unterwegs ist – keine Frage. Aber uns „Lizenzlosen“ war es mit Sicherheit nicht allen ein Nachteil – sondern manchen (und vielleicht sogar einigen) Sportlern eine willkommene Entzerrung.

Über die Trails in der Pfalz und insbesondere das Rennen um Neustadt an der Weinstraße gibt es
schon viel zu lesen. Für mich war es die Premiere, nachdem ich schon vor ein paar Wochen die
Strecke testweise unter die groben Stollen nehmen durfte. Es ist tatsächlich ein Highlight, welches
jeder Biker einmal vor Ort selbst erlebt haben sollte. Solch eine Strecke findet man nur selten (bzw. in Deutschland wohl kein zweites Mal). Umso mehr war ich auf den zahlreichen Trails im
Genussmodus, während mir Sara fortwährend im Nacken saß und zeitweise Signal zur
Tempoverschärfung gab – von Erholung keine Spur. Sonne, Staub und Streckenprofil kosteten
Körner. Wenn man jedoch all die Trails fährt, über die man sich zuvor noch wegen der Ideallinie
unterhalten hat und anschließend in ein breites Grinsen blickt, dann weiss man warum man die
Doppelbelastung von zwei Events an einem Wochenende auf sich genommen hat. Dass Sara’s Ritt auf ihrem Scott Spark zum Sieg in der Alterskategorie führte, war das Sahnehäubchen am Sonntag. Dank der Helferdusche im Zielbereich konnten wir uns neben der Abkühlung vom eingesammelten Staub der Strecke befreien. Frisch geduscht ging’s in die Fußgängerzone auf ein Eis – bzw. für mich zwei. Das hatten wir uns mehr als verdient.

Happy trails! Danke Neustadt (inkl. Veranstalter und Sponsoren) für ein gelungenes Wochenende!
Ronnie

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