Unser erstes Hyrox Event

Wir hatten uns, wie jede Woche, zum Bouldern getroffen, als Tom zu uns stieß und meinte „Hey, ich kann euch Karten für Hyrox am Wochenende in Karlsruhe besorgen! Ihr repräsentiert Sportograf und als Dankeschön schreibt ihr einen Blog, allright?“

Aber was ist denn Hyrox? Mit dem Namen konnten wir erstmal nichts anfangen.

„Also prinzipiell ist es ein Indoor-Event, bei dem man 8 Kilometer läuft und zwischendurch 8 Übungen absolviert.“ Das klang für uns durchaus machbar, da wir pro Jahr an bis zu 3 OCR Events und so manchem Lauf teilnehmen. Wieder zuhause vom Bouldern, haben wir erstmal die Termine gecheckt, da das Event ja bereits in dieser Woche stattfinden sollte. Noch ein Blick auf die Homepage von Hyrox, um einen Überblick über das Event zu bekommen und unsere Zusage stand. Am nächsten Tag hatten wir auch schon die Tickets und die Spannung stieg.

Unser übliches Training besteht aus Bouldern, Freeletics, Laufen und Radfahren. Raphael besucht noch ein Body-Pump-Workout. Grundsätzlich sind wir für fast jede Form von sportlicher Aktivität zu begeistern.

Die Brüder Raphael (li.) und Gabriel (re.) vor dem Start.

Es ist Samstag und voller Spannung und Vorfreude fahren wir zur DM-Arena nach Karlsruhe. Der Eingangsbereich mit Umkleiden und Anmeldung wirkt erst einmal unspektakulär. Da es draußen relativ frisch ist, lässt sich teilweise nur schwer erahnen, was für Athleten unter den Trainingsanzügen stecken.

Spannung pur, wir wissen anfangs gar nicht, was uns hier erwartet!

Nach der Anmeldung, schauen wir uns erstmal in der Eventhalle um, wo gerade die Frauen ihr Workout absolvieren. Die Stimmung ist gut, man fühlt den Beat, der alle durch den Parcours treibt. Als Zuschauer hat man viele Möglichkeiten, die einzelnen Workout-Bereiche zu sehen und so sind auch wir schwer beeindruckt von dem, was wir da später machen dürfen. Einen ersten Eindruck bekommen wir im frei zugänglichen Bereich, wo für Jedermann die Möglichkeit besteht, die Workouts zu auszuprobieren: „Joa, das geht schon“ konstatieren wir.

Wir haben noch Zeit bis zu unserer Einweisung und schlendern daher durch die Stände. Der „Hau-den-Lukas“ ist ein Muss für uns. Ein Schlag und Kling – mit einem zufriedenen Grinsen verlassen wir den Stand ohne Give-aways wieder, wir hatten unsere Taschen schon abgegeben.

Endlich ist es Zeit für unsere Einweisung – alles klar, es kann losgehen und wir wärmen uns erstmal auf. Das Schlimmste an solchen Events ist ja immer die Wartezeit, bis man endlich starten darf. Raphael und ich starten nicht in der gleichen Startwelle, was das Battle zwischen uns noch ein bisschen mehr entfacht.

Ich starte zuerst. Dann geht es endlich in den Startbereich, Warm-up und los.

Vorbei, die Ruhe vor dem Sturm!

Der erste Kilometer läuft sich leicht und locker, das erste Workout, 1000m Ski-Erg, geht auch und treibt den Schweiß auf die Stirn.

Workout #1: Ski-Erg

Darauf folgt der zweite Kilometer, Zeit zum aktiven Erholen, denn im nun folgenden Workout stehen 50m 100kg Sled-push an und spätestens hier rinnt der Schweiß in Strömen und die Lunge pumpt den Sauerstoff in die Oberschenkel, die sich mit voller Kraft in den Boden drücken. Schon hier merkt man einen deutlichen Unterschied zwischen uns Brüdern: mit 60kg Körpergewicht hat Raphael hier so seine Mühen und selbst mit meinen 80kg ist das gut anstrengend.

Workout #2: „Sled push“: Raphi geht an seine Grenzen, Das Gewicht wiegt 66% mehr als er! Seine 60kg sind hier nicht förderlich!

Also wieder ab auf die Bahn und beim 3. Kilometer Laufen erholen. Das nächste Workout ist ähnlich, jedoch als pull. Neben den Oberschenkeln werden hier nun auch die Arme zusehends dicker und es läuft – der Schweiß. 50 Meter können so verdammt lang sein! An der Trinkstation treffen wir uns und stellen fest: Hyrox ist schon jetzt anstrengender als OCR!

#3 „Sled Pull“: Neben den Oberschenkeln werden hier nun auch die Arme zusehends dicker und es läuft – der Schweiß. 50m können so verdammt lang sein!

Weiter geht’s mit dem 4. Kilometer und den nun folgenden Burpee-Broad-Jumps. Auch bei dieser Übung kommt man an den Punkt, wo der Wille der stärkste Muskel ist, denn eigentlich will man nach der Hälfte, also 40m aufhören. Aber keine Chance, es wird streng geschaut, dass man das Workout wie vorgeschrieben ausführt und ja nicht schummelt. Geschafft!

Erholung bietet wieder der 5. Kilometer ehe es 1000m zu Rudern gilt. Die Ruderer rechts und links von mir haben ein gutes Tempo, dem ich mich anschließe und auf den letzten 100m treibt mich ein Referee zur noch möglichen Höchstleistung an – 1000m done und weiter geht’s.

Nach dem 6. Kilometer gilt es mit 2x24kg Kettle-Bells 200m zu laufen. Dank des regelmäßigen Boulderns ist die Kraft da und man kämpft sich die 200m entlang.

Dank des regelmäßigen Boulderns ist die Kraft da und man kämpft sich die 200m entlang.

Durchatmen ist auf Kilometer 7 ganz wichtig, denn die folgenden 100m Sandbag-Lunges sind mörderisch. Mit 20kg auf den Schultern geht es Schritt für Schritt vorwärts und irgendwann werden die Schritte immer langsamer. Die Oberschenkel machen nicht zu, brennen aber zwischendurch schon ganz gut. Hier hat Raphael einen deutlichen Vorteil durch das regelmäßige Body-Pump-Training.

Die Oberschenkel machen nicht zu, brennen aber zwischendurch schon ganz gut. Hier hat Raphael einen deutlichen Vorteil durch das regelmäßige Body-Pump-Training.

Der letzte Kilometer ist schnell geschafft eh es ziemlich erschöpft zu den 100x Wall-Balls geht. Die Erschöpfung ist deutlich zu merken und so geht es in 15er Schritten und kleinen Pausen langsam auf die 100 zu. Stets mit wachsamem Auge auf die richtige Ausführung achtend und den Counter in der Hand, wacht der Referee neben uns. – Auch wenn ich Dir zwischendurch den Ball gerne vor die Füße geschmissen hätte: Danke für Deine Motivation, das Wasser und den Traubenzucker!

Auch wenn ich Dir (Referee) zwischendurch den Ball gerne vor die Füße geschmissen hätte: Danke für Deine Motivation, das Wasser und den Traubenzucker!

Völlig erschöpft aber mit dem guten Gefühl, es geschafft zu haben, kommen wir jeweils unter 2 Stunden ins Ziel und nehmen das uns gereichte Wasser dankbar entgegen. Selbst Redbull konnte hier nicht dazu beitragen, dass wir durch Hyrox geflogen wären, wir haben uns hart durchgekämpft!

Über meinen Muskelkater in den folgenden Tagen möchte ich nicht sprechen… Wir hatten aber auch null Vorbereitung und wer aufmerksam gelesen hat, wird feststellen, dass Cross-fit nicht in unserem Programm enthalten ist. Es war aber ein sehr cooles Event, was uns richtig Spaß gemacht hat. Was wir genial finden, ist die Tatsache, dass alle Hyrox unter den gleichen Bedingungen stattfinden. Man kann sich also super vorbereiten und dank perfekter Zeitmessung den Fortschritt messen. Genial!

Nachdem sich der Puls etwas beruhigt hatte, mussten wir nochmals beim „Hau-den-Lukas“ vorbei. Es hat aber diesmal bei jedem 3 Schläge gebraucht, bis endlich die Glocke schellte – wir waren fertig!

Ob wir wieder kommen? DEFINITIV!Und Sportograf hat auch mal wieder super Bilder geschossen! Danke!

Mehr Zu Hyrox auf hyrox.com

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s