Bella Bici, bella Italia: 6 Granfondo Jedermannrennen, für die sich die Anreise über die Alpen definitiv lohnt.

Wer kennt sie nicht ? Marken wie Campagnolo, Bianchi, Moser oder Cinelli. Legenden des Radsports wie Marco Pantani oder Fausto Coppi. Italiens Herz schlägt früher wie heute für den Radsport, und es sind nicht nur Profirennen wie der Giro d´Italia oder Mailand-San Remo, die das Volk in Ekstase versetzen. Nirgendwo auf der Welt sind die Jedermann-Rennen, sogenannte Granfondi, so sehr in der Volks-DNA verankert wie in Italien.

Was ist überhaupt ein „Gran Fondo“ ? Wikipedia sagt:

>>Gran Fondo oder Granfondo ist die Bezeichnung von Radmarathons für Hobby-Radsportler, sogenannte „Jedermänner“. An den Veranstaltungen können auch Radrennfahrer teilnehmen, wobei es Einschränkungen für Mitglieder von bei der Union Cycliste Internationale registrierten Radsportteams gibt. Der Begriff stammt aus dem Italienischen, „fondo“ und bedeutet „Ausdauer“. <<

Seit 2006 fotografieren wir Sportografen derartige Granfondo Veranstaltungen in Italien. Wir verlieben uns immer wieder aufs Neue, manchmal nehmen wir als Radfahrer teil, ein anderes Mal erleben wir das Geschehen aus nächster Nähe vom Motorrad aus. Immer wieder sind wir erstaunt wie reibungslos – trotz oft schlechter Straßen – und frei von Zwischenfällen ein Granfondo über die Bühne geht.

Nachfolgend stellen wir dir- chronologisch geordnet – sechs absolute Kult-Events vor.

Für diese Granfondi lohnt es sich wahrhaftig über die Alpen zu fahren!

 

1. Granfondo „Le Strade Bianche“ in Siena

  • wo: Siena, Toscana, Italien
  • wann: 10. März 2019
  • wie: 139,2 & 86,6 km mit viel Schotter!
  • web: gfstradebianche.it
  • Status: ausverkauft nach 20 Tagen. 5000 Teilnehmer. Charity Startplätze verfügbar

Mit 139km, von denen 8 Schotterpassagen insgesamt 31,4km ausmachen, treffen „Le Strade Bianche“ (dt: die weißen Straßen) den Puls der Zeit.

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Mehr Toscana geht nicht und wenn das Wetter – wie hier 2017 – sich von der karierten Seite zeigt, entstehen so mystische Bilder!

Bei keinem anderen Jedermannrennen haben wir so viele Gravelbikes gesehen wie bei dem Klassiker rund um Siena. Die Hügel der Toskana mögen vielleicht nicht so brutal sein wie das Stilfser Joch, aber man sollte die vielen bis zu 18% steilen Rampen unter keinen Umständen unterschätzen. Insbesondere bei Nässe verlangen einige der Schotteranstiege das letzte Quäntchen Kraft und Gefühl für den Grip!

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Nicht jeder bewältigt die steilen Anstiege im Sattel.

Zurück in Siena werden die „Überlebenden“,  je nach Wetter im besonders strapazierten Look, von Zuschauermassen empfangen. Berühmt berüchtigt ist die „Via Santa Catarina“, die kurz vor dem Ziel einem nochmal Alles abverlangt. In dieser schmalen und sehr steilen Gasse der wunderschönen Altstadt haben sich bereits viele Dramen abgespielt. Ich selbst war dort 2017 als Fotograf und erinnere mich gut an folgende Szene: „Da kroch dieser ältere Mann im ersten Gang ächtzend an mir vorbei, die Menge ist schier ausgerastet, pure Gänsehautstimmung. Ich gab ihm einen Schubser. Kurz danach erfahre ich, dass ich dem Bügermeister von Siena geholfen habe. Mehr Volksnähe geht nicht :-)“

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Die steile Via Santa Catarina ist die letzte Hürde kurz vor dem Ziel!

 

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Rasend durch die mittelalterliche Innenstadt die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört!

Finisher lassen sich fürstlich auf einem der schönsten Plätze der Welt feiern. Den „Piazza del Campo“ in Siena teilen sich wenige Sportveranstaltungen. Das Pferderennen „Palio“ gehört dazu und ist weltberühmt.

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Der wahrscheinlich schönste Zieleinlauf der Welt: Piazza del Campo in Siena.

Mein Fazit: ein Saison-Opener wie im Bilderbuch. Wer die Flandern-Rundfahrt oder Paris-Roubaix gefahren ist, wird in Siena nicht enttäuscht. Brutale Rampen und eine ordentliche Portion Gravel verleihen dem Klassiker eine besondere Note!

Freizeit-Geheimtipp: völlig außerhalb der Saison die Toskana genießen…die obligatorische Weinprobe allerdings besser nach dem Granfondo 😉

 

2. Grandfondo „Via del Sale“

  • wo: Cervia, Adriaküste, Italien
  • wann: 4-5. Mai 2019
  • wie: 77km, 118km oder 174km mit bis zu 2400 Höhenmetern
  • web: granfondoviadelsale.com
  • Status: Startplätze noch verfügbar, etwa 3500 Teilnehmer 2018

Der Granfondo „Via del Sale“ ist sicherlich der Underdog dieser Liste. Dieser Klassiker wird 2019 bereits zum 23. Mal ausgetragen und verdient es definitiv in diese Liste aufgenommen zu werden. Vor allem Kurzentschlossene werden hier noch am ehesten einen Startplatz ergattern können.

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Beginn der Startaufstellung direkt am Strand

Der Ort Cervia befindet sich im Nord-Osten Italiens direkt an der Adriaküste. Von München sind es 6,5 Stunden im Auto. Nur eine Viertelstunde nördlich von Pantanis Geburtsstadt Cesenatico, befinden wir uns im heiligen Rennrad-Territorium!

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Höhenprofil der langen Distanz

Die lange Strecke wartet mit 5 Anstiegen, von denen der Zweite mit der „Cima Pantani“ aufgewertet wurde: einem 4 km langen un bis zu 14% steilen getimten Anstieg mit 373 Höhenmetern. Hier kämpft jeder gegen sich selbst und freut sich später über den Vergleich mit dem „Piraten“ und natürlich allen Freunden und anderen Teilnehmern.

Der Streckenverlauf ist traumhaft, der Zustand manch einer Straße erfordert jedoch viel Aufmerksamkeit! Wir empfehlen mindestens 25mm breite Reifen mit maximal 6 bar.

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Nicht der beste Straßenzustand, aber die Kurven und die Topographie sprechen eine eigene Sprache. Ein Traum!

 

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Einsames „Ballern“ auf unzähligen Kurven der Emilia-Romana.

Mein Fazit: wer keinen Startplatz beim „Nove Colli“ ergattert hat oder wer sich 2 Wochen davor die Gegend anschauen möchte, der erlebt beim Granfondo „Via del Sale“ italienische Granfondo-Kultur hautnah. Außerhalb der Hochsaison bietet es sich an,  gleich die Familie für ein Badewochenende mitzunehmen!

Freizeit-Geheimtipp: Strand-Kurzurlaub mit der Familie. Kulinarische Ausflüge ins authentische Appenin.

 

3. „Nove Colli“ – die Königin aller Granfondi !

  • wo: Cesenatico, Adriaküste, Italien
  • wann: 19. Mai 2019
  • wie: 130 km & 1871 hm  + 205 km & 3840 hm
  • web: novecolli.it
  • Status: Anmeldung seit dem 29.11. offen. Schnell ausgebucht. Evtl. Hotel-Packages verfügbar. 12.000 Teilnehmer!

Nove Colli heißt neun Hügel und verrät bereits etwas über die Topographie des Klassikers.

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Neun Anstiege, eine menge Verpflegungen & technischer Support warten auf 12.000 Teilnehmer. Die 48 Jahre Erfahrung merkt man Nove Colli als Teilnehmer definitiv an!

Es ist unbestrittenerweise die Königin aller Granfondi. Nove Colli ist nicht nur das erste Jedermannrennen überhaupt (nächstes Jahr in der 49. Ausgabe!), sondern derzeit auch das größte Rennen mit Zeitnahme der Welt. Nur einige Radtouristikfahrten in Benelux, Skandinavien oder Südafrika haben mehr Teilnehmer.

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Der Start kurz nach dem Sonnenaufgang um 6 Uhr morgens direkt am alten Hafen von Cesenatico.

Cesenatico ist die Rennradmetropole Italiens, die Stadt Pantanis verwandelt sich am Nove Colli Wochenende in eine Art Rennrad-Vergnügungspark. Eine ewig lange Bike-Messe schmückt die Strandpromenade. Man trifft Rennradfahrer aus der ganzen Welt.

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Italiener tragen gern dick auf, aber hey: so ein Polizei-Lambo am Start macht schon was her 😉

Manch einer mag denken, es wäre Selbstmord zwischen so vielen Italienern am Anschlag zu fahren. Aber weit gefehlt!

Bei meiner Teilnahme 2012 war ich sehr verwundert, ich wurde gleich in die zweite Startgruppe (italieinsch: Griglia) gesteckt und hatte wirklich meine Bedenken. Doch dann war ich baff wie diszipliniert und kontrolliert die Italiener diesen Granfondo über die Bühne bringen. Die ersten 28 Kilometer sind sehr flach und werden extrem schnell gefahren. Unzählige scharfe Kurven, Kreisverkehre und kleine Ortschaften provozieren nahezu Unfälle. Nichts dergleichen: Höflichkeit und Radbeherrschung soweit das Auge reicht.

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Es ist recht eng auf den ersten 40 Kilometern. Alles überhaupt kein Problem!

Macht bloß nicht meinen Fehler und unterschätzt Nove Colli!

Zwar hat kein Anstieg mehr als 400 Höhenmeter… aber Vorsicht, es sind neun. Und jede Tempoverschärfung, jeder Angriff und jedes „in der Gruppe bleiben wollen“ kostet wertvolle Körner. Ich habe meine Teilnahme bis zum 7. Hügel sehr genossen, ab dem 8. sehr gelitten, den 9. irgendwie überlebt und hatte meine Probleme auf den letzten flachen 25 Kilometern überhaupt die Gruppen zu halten. Im Ziel nach 7h17min war ich gefühlt scheintot. Die Freude über die Finishermedaille: #unbezahlbar!

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Viele der Straßen wurden über die Jahre extra für das Rennen erneuert und laden zum Rasen ein. Das Fahrkönnen unter den Teilnehmern ist hoch.
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„Barbotto“ heißt der 4. der neun Anstiege und zugleich der letzte der kurzen Strecke. Zuschauermassen warten auf jeden, ein DJ und laute Musik belohnen die Strapazen!
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Zweifelsfrei einer der größten Rennrad-Parkplätze der Welt wartet im Ziel. Direkt am Strand werden die 205 km gebührlich gefeiert!

Mein Fazit: es ist absolute Pflicht für jeden Rennradfahrer ein Mal Nove Colli zu finishen. Es ist der erste Jedermann-Granfondo der Welt, er wird in der Stadt Marco Pantanis ausgetragen, er ist anspruchsvoll, die Stimmung ist unglaublich, die Teilnehmer können radfahren. Was will man mehr?

Freizeit-Geheimtipp: am 16. Mai fährt das berühmteste Oldtimer-Autorennen der Welt, die „Mille Miglia“, durch die kleine wunderschöne Republik San Marino, nur 45min von Cesenatico entfernt. Nicht nur für Autofans eine Augenweide. Alternativ laden kilometerlange und leere Strände zum Chillen ein.

 

4. „Sportful Dolomiti Race“

  • wo: Feltre, Provinz Belluno, Venetien, Italien
  • wann: 16. Juni 2019
  • wie: 133,8 und 204,1 km mit bis zu 4900 Höhenmetern
  • web: sportfuldolomitirace.it
  • Status: Startplätze verfügbar. Etwa 3000-4000 Teilnehmer

Der Granfondo „Sportful“ ist eine Traditionsveranstaltung, die 2019 ihr 25-jähriges Bestehen feiert. Es ist nach der in unmittelbarer Nähe beheimateten und daheim bekannten Bekleidungsfirma Sportful benannt. Das Rennen gehört zu der Kategorie der härtesten Jedermannrennen und bezeichnet sich selbst als der härteste Granfondo der Welt. In Italien genießt er ein ähnliches Ansehen wie der Ötztaler Radmarathon nördlich der Alpen.

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Gestartet wird in der wunderschönen Innenstadt von Feltre mit Häusern aus der Renaissance.

Wer die lange Strecke unter die Räder nimmt wird auf seiner Reise mit traumhaften Dolomiten-Landschaften belohnt. Der Knapp 2000m hohe „Passo Rolle“ entschädigt durch das Panorama und die Straßenqualität die bisherigen Strapazen.

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Die Abfahrt vom „Passo Rolle“ umgeben von majestätischen Gipfeln der Dolomiten!

Es ist aber nicht der „Passo Rolle“, der einem den bekannten „Stecker zieht“. Das geschieht bereits viel viel früher. Der Anstieg zum höchsten Punkt der Veranstaltung, dem „Passo Manghen“, beginnt bei 537 Metern über dem Meer und endet 20 Kilometer später, bei km 86 und somit deutlich in der ersten Rennhälfte, auf 2047 Metern. Die Abfahrt hat es in sich, sie ist sehr gut asphaltiert, aber extrem schmal und kurvenreich. Eine kurze Unachtsamkeit kann böse enden.

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Während der über 1500 Höhenmeter lange, brutale & schmale Anstieg zum Manghen gut gefüllte Glykogenspeicher verlangt…
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…schreit die kurvenreiche Abfahrt nahezu nach Konzentration!

Bei fast 5000 Höhenmetern ist jeder Finisher ein Sieger und wird dementsprechend in der Altstadt von Feltre begrüßt und gefeiert!

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Überraschung 2019:

die harte und wunderschöne Strecke des Sportful Dolomiti Race fand offenbar nicht nur bei tausenden Jedermännern Gehör! Die 20. Etappe des Giro d Italia führt am 1. Juni 2019 über denselben Parcour. Eine einmalige Chance also, die eigenen Zeiten mit denen der besten Rennradfahrer der Welt zu vergleichen!

 

 

Mein Fazit: nur die Harten kommen in den Garten. Das Sportful Dolomiti Race eignet sich als „der Ötzi Italiens“ für die wirklich gut trainierten Rennradfahrer. Dafür werden aber die Strapazen mit perfekten Straßen und einer traumhaften Streckenführung entschädigt. Ein Sportful-Finish im Lebenslauf wird von jedem italienischen Rennradfahrer mit einem respektvollen Blick quittiert.

Freizeit-Geheimtipp: am Vortag morgens in den Zug steigen und nach zwei Stunden mitten in Venedig aussteigen ;-). Außerdem unbedingt den Factory-Outlet von Sportful besuchen.

 

5. „Maratona dles Dolomites“

  • wo: Corvara, Trentino, Italien
  • wann: 7. Juli 2019
  • wie: 55, 106 und 138km mit bis zu 4230 Höhenmetern
  • web: maratona.it
  • Status: extrem begehrt: 8000 Startplätze wurden bereits verlost! Wenige Pauschalangebote oder Charity Startplätze verfügbar.

Die „Maratona dles Dolomites“ ist das schönste Rennradrennen der Welt. Punkt.

Mehr braucht man nicht zu sagen und ich würde mich wirklich wundern, wenn mir je ein Teilnehmer widersprechen würde.

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Unfassbar schön!

Die Maratona hat das Glück in einer unfassbar schönen Gegend beheimatet zu sein und über unglaublich gute, am Renntag für den Autoverkehr gesperrte, Straßen zu verfügen. Es ist ein Granfondo bei dem ich sogar den weniger Trainierten die Teilnahme auf der kurzen Strecke empfehle. Warum? Diese ersten spektakulären 55km sind für alle drei Distanzen gleich und warten dennoch mit 1780 Höhenmetern. Auf dem Speiseplan steht die Umradelung eines majestätischen Bergplateaus, der berühmten Sellagruppe!

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Rennrad-Porno! …. noch Fragen?

Vier Pässe wollen dabei bezwungen werden: der Passo Campolongo – Passo Pordoi – Passo Sella und der Passo Gardena.

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Den Anstieg zum Passo Pordoi bewältigt man nicht alleine. Jeder Atemzug wird dennoch entschädigt.

Während die ersten zwei Pässe noch in großen Massen erklommen werden, fährt sich spätestens ab dem Sellajoch (Passo Sella) das Feld soweit auseinander, dass die Abfahrt vom Grödnerjoch (Passo Gardena) zur wahren Freude wird. Formel 1-Belag kombiniert mit der schönsten Landschaft der Alpen: einfach unbeschreiblich!

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Das 2244m hohe Sellajoch (Passo Sella) markiert das Dach der kurzen Strecke. Im Hintergrund der imposante Gletscher des höchsten Berges der Dolomiten: „Marmolata“
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Perfekte Straßen garantieren viel Freude auf den Abfahrten

Warum also überhaupt auf die lange Strecke gehen? Magisch still wird es nachdem man beide Abzweigungen hinter sich gelassen hat, um im Kreise der Auserwählten den Passo Gau zu bezwingen. Die letzten 30km ins Ziel entschädigen für jeden Höhenmeter, es ist  unbeschreiblich schön!

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Die letzte Abfahrt in Richtung Corvara: exklusiv für die mittlere und lange Distanz und eine Augenweide

Mein Fazit: schöner geht es nicht. Es ist nahezu Pflicht jedes Jahr an der Lotterie teilzunehmen und – je nach Ausgang – den Familienurlaub in den Dolomiten zu verbringen.

Freizeit-Geheimtipp: der Klettersteig hoch zum Sellamassiv ab dem Grödnerjoch.

 

6. Granfondo Campagnolo Roma

  • wo: Rom, Italien
  • wann: 13. Oktober 2019
  • wie: 120 km mit ca 2000 Höhenmetern
  • web: granfondoroma.com
  • Status: Startplätze noch verfügbar. Mehrere Tausend Teilnehmer!

„Roma è Roma“ pflegt der Römer zu sagen. Und Recht hat er. Rom ist eine faszinierende Stadt voller Kultur und Sehenswürdigkeiten, das Zentrum Italiens und des antiken Weltreichs.

Wie steht es jedoch um das Radfahren? Würde man sich freiwillig in den berühmt-berüchtigten Verkehr Roms stürzen, frei nach dem Motto „ave caesar, morituri te salutant“ ?

Die Antwort lautet: ja und nur am 13. Oktober!

Dann nämlich geschieht das Unmögliche: große Teile der Innenstadt werden für den motorisierten Verkehr gesperrt. Wo sonst laute Zweitakter Vesparoller knattern und ein Hubkonzert der ungeduldigen Autofahrer stattfindet, rollen nun tausende Radfahrer völlig lautlos über die Kopfsteinpflaster der ewigen Stadt, vorbei an der spanischen Treppe, der Piazza del  Popolo und dem Kolosseum. Und es funktioniert sehr gut. So gut, dass die Veranstaltung 2019 ins 8. Jahr kommt und sich immer größerer Beliebtheit erfreut.

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Startaufstellung vor Sonnenaufgang direkt am Colosseo. Incredibile!
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Von Sportlern für Sportler: der Veranstalter Gianluca Santilli, hier mit prominenter Begleitung, konnte es sich nicht nehmen, an jeder der 7 Editionen selbst teilzunehmen. Als Anwalt setzt er sich stark für die Rechte der Radfahrer in Rom und Italien ein.

Das Geheimrezept: Start am Kolosseum kurz nach dem Sonnenaufgang gefolgt von einer unvergesslichen und neutralisierten Runde durch die Altstadt. Dann verlassen die Teilnehmer die Hauptstadt, um sich auf den Hügeln außerhalb Roms zu verausgaben. Und davon gibt es zu Genüge!

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Die neutralisierte Fahrt durch die Altstadt ist etwas einmaliges und außerhalb der Veranstaltung nur Adrenalinjunkies zu empfehlen. Unvergesslich!
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Grandiose Aussicht auf die Hügel und die Innenstadt von Rom!
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Emotionale Zieleinfahrt über Roms Kopfsteinpflaster. Joshua Riddle, der den Titelsponsor Campagnolo vertritt, genießt die letzten Meter.

Mein Fazit: es ist die einzige Möglichkeit ohne Gefahr und Verkehrschaos durch Roms Innenstadt zu radeln. Pflicht für jeden Kultur- und Italien-Fan. Wir erlebten jedes Jahr perfekte Temperaturen und eine sehr herzliche Atmosphäre!

Freizeit-Geheimtipp: ein Nobrainer -> das Rennen mit einem langen Wochenende in Rom kombinieren!

Ich hoffe, es war für Jeden etwas dabei und wünsche allen Leserinnen und Lesern einen sportlichen und Radkilometer-reichen Winter!

Ci vediamo in Bella Italia!

Tom

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