La Chouffe Trail 2017

Es ist Sonntagmorgen. Obwohl die Sonne noch nicht einmal aufgegangen war, mussten wir nach gerade einmal drei Stunden Schlaf schon wieder aufstehen. Doch wieso sind wir nicht einfach ein paar Stunden eher ins Bett gegangen?

Nach einem leckeren Abendessen mit Burgern und belgischen Pommes, durften wir am Vorabend noch zwei Nachtläufe des La Chouffe Trails in Houffalize fotografieren, der in diesem Jahr bereits zum vierten Mal veranstaltet wurde. Pünktlich um 22:00 und 22:15 Uhr erfolgten die beiden Starts der über 200 Teilnehmer, darunter auch viele Kinder. Mit Stirnlampe ausgestattet wagten sich die Läufer auf die 8 bzw. 15 Kilometer lange Strecke über Stock und Stein. Anschließend begaben wir uns zu unseren Spots in den dunklen Wald. Aus der Ferne hörte man noch leise die Musik aus dem Start-/Zielbereich. Bevor wir unsere Kamera ausgepackt hatten, attackierten uns bereits die ersten Mücken. Aber wir waren gut gewappnet, jeder hatte Mückenspray dabei. Nach gerade einmal einer halben Stunde hatte der Führende nur noch wenige Meter vor sich. Freudestrahlend und mit einem dicken Lächeln auf den Lippen übertrat der Sieger die Ziellinie. Zahlreiche Verwandte warteten auf ihre Liebsten, bis tief in die Abendstunden hinein. Um kurz vor 00:30 Uhr erreichte schließlich das letzte Läuferpaar sichtlich erschöpft das Ziel, die sich als Belohnung über ein köstliches La Chouffe freuen konnten. Dabei handelt es sich um ein einzigartiges komplexes belgisches Starkbier, das Würze, Bitterkeit und Schärfe in sich vereint. Angelehnt an die Legenden der Ardennen, ziert ein Zwerg das Logo der Brauerei – und des Veranstaltungsgeländes.

Am nächsten Tag erhielten wir noch Unterstützung von drei weiteren Fotografinnen. Pünktlich um 6 Uhr trafen wir uns zu einer kleinen Teambesprechung, anschließend begab sich jeder zu seinem Spot. Zwei Stunden später erfolgte der erste Start. Während sich zwei Fotografen entlang der ehemaligen Mountainbike-Weltcupstrecke von 2012 platzierten, durfte eine von uns mit Gummistiefeln und ihrer kompletten Ausrüstung  durch den Fluss L’Ourthe laufen, um auf der anderen Seite des Ufers die Läufer dabei zu fotografieren, wie sie sich durch die Strömung kämpfen müssen. Insgesamt gab es vier verschiedene Distanzen, zwischen denen die Teilnehmer wählen konnten: 10, 20, 28 sowie 50 Kilometer. Dabei mussten 350 bis 1560 Höhenmeter zurückgelegt werden, immer wieder ging es die Berge hinauf und wieder herunter. Der Lauf macht seiner Beschreibung als Trailrun alle Ehre. Das Gelände befindet sich inmitten einer schönen Landschaft und ist teilweise sehr unwegsam. Als Läufer mit dabei war auch ein Sportograf, der allerdings bereits nach zwei Kilometern stürzte und sich zahlreiche blaue Flecken zuzog. Die Motivation kannte in diesem Jahr keine Grenzen. Bereits um kurz nach 16 Uhr und damit eine Stunde eher als 2016 kam der letzte Aktive ins Ziel. Ein kühles Bier stand noch bereit. Besser kann man einen Sonntag nicht verbringen, oder?

 

Text (Georg Ulrich Dostmann)

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