#comebackstronger

Engadin Bike Giro 2016 – der Wendepunkt

Die erste Auflage des Engadin Bike Giros ist Geschichte.

Schon im Vorhinein wurde gemunkelt, dass die Strecke mit vielen Trails gespickt und die Landschaft ein herrliches Panorama bieten würde. Das neu ins Leben gerufene Bike Event sollte somit genau jene Attribute vereinen, die ein wahres Bikerherz höher schlagen lassen.

Vom 1. – 3. Juli wurden genau jene Erwartungen erfüllt. Bereits die Auftaktetappe mit einem 10km langen Bergzeitfahren von St. Moritz zur Bergstation Corviglia auf ca. 2500m Höhe stimmte mit seinem faszinierenden Panorama bei strahlendem Sonnenschein auf zwei weitere verheißungsvolle Tage ein. Als Belohnung für die Strapazen bergauf machte der erste der zahlreichen Flow-Trails in diesem Gebiet Laune auf mehr und mit einem breiten Grinsen im Gesicht ging es zurück ins Tal.

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Etappe zwei und drei standen dem Prolog ins nichts nach. Krasse steile Rampen und teilweise unfahrbare Trails (selbst bergauf) machten so manchem Fahrer das Leben kurzzeitig zur Hölle. Aber der Blick nach rechts und links entschädigte direkt und wirkte binnen Sekunden als Soforthilfe.

Fazit: eine sehr gelungene Erstauflage! Großes Lob an die Veranstalter! Die Strecke, die Landschaft, die Atmosphäre und die Organisation waren beeindruckend.

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Konstruktive Kritik: die Marschtabelle der berechneten Fahrdauer könnte noch einmal überarbeitet werden, sie war wohl eher auf die vorausfahrenden Motorcrossmaschinen abgestimmt. 😉 Und/oder Tipp für alle Zweitauflagen-Aspiranten: auch optimistische Fahrer sollten sich ein paar Notfallriegel zusätzlich ins Trikot stecke 😉

Alle, die mich nicht näher kennen, dürfen an dieser Stelle aufhören zu lesen, das Event schon einmal in Ihre Agenda 2017 eintragen oder sich am besten gleich anmelden (30.06.-02.07.2017).

Für alle, die mich kennen, kommen nun noch ein paar persönliche Gedanken: viele fragten mich nach dem Rennen, ob ich mit meinem 5. Gesamtrang zufrieden sei. Die Antwort lautet: ja, absolut! Als Rennfahrer ist es manchmal schwierig, die Erwartungen an sich selbst dem derzeitigen Leistungsstand anzupassen. Oftmals hat man frühere Erfolge im Kopf und weiß insgeheim, zu was man unter normalen Voraussetzungen im Stande ist. Dies verleitet dazu, gesundheitliche Einschränkungen auszublenden und ein Rennen anzugehen, als wäre man bei 100% , die Messlatte bleibt in dem Fall die gleiche wie immer, nur können die Erwartungen nicht erfüllt werden. Das zu verstehen und sich das einzugestehen braucht teilweise viel Kraft, Zeit und vor allem Geduld!

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Seit sehr langer Zeit haderte ich mit meinen Leistungen und spürte über zwei Jahre hinweg, dass Etwas mit mir nicht stimmte. Viele Freunde und Bekannte ermutigten mich, dass die Mehrfachbelastung aus Leistungssport, Staatsexamen und Referendariat eine hohe Herausforderung darstelle und für sich allein schon ein Riesenerfolg sei. Natürlich ist mir dies bewusst, aber dennoch fühlte sich mein Körper ausgelaugt, kraft- und energielos an. Zwar gab es immer wieder Lichtblicke, die mich ermutigten weiterzumachen, aber insgesamt wurden die Erfolge rarer und die Leistungswerte gingen bergab,  obwohl ich gut trainierte. Irgendwann fängt man an, mit sich selbst zu hadern, sucht Ärzte auf und sehnt sich nach einer Erklärung. Im Frühjahr dann endlich die (nahezu erlösende) Diagnose: ich hatte mir Pilze und Parasiten eingefangen (massenhaft!!!!). Wo und wann weiß niemand (Südafrika 2013?). Über zwei Monate hinweg schafften es zahlreiche Antibiotika-Kuren nicht, die resistenten Erreger abzutöten, sondern schlauchten nur noch mehr und zerstörten die komplette Darmflora. Das Immunsystem: im Keller. Ich ließ viele – mir wichtige – Rennen aus. Schweren Herzens. Im Mai ein neuer Hoffnungsschimmer: ein ganz neues Medikament aus den USA, das in Europa noch nicht erhältlich ist, könnte helfen. Im Juni dann endlich der Lichtblick: Die Parasiten sind besiegt!

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Genau in jener Woche stand der Engadin Bike Giro an. Sollte ich trotz alldem starten? Eigentlich hatte ich keine Lust auf eine weitere Enttäuschung. Aber letztlich erwartete mich dort genau das, wofür ich diesen Sport mache: mit netten Leuten einfach geile Trails in einer traumhaften Landschafte bei schönem Wetter fahren, im Ziel einen Cappuccino trinken und das Panorama genießen (für 10,50 Schweizer Franken ☺) und einfach Spaß haben.

Dass am ersten Tag im stark besetzten Damen-Feld sogar der dritte Platz heraussprang und ich später trotz Pech mit Bahnschranke und Verfahren noch den 5. Platz gesamt eingefahren habe, geht somit voll in Ordnung. Aber viel viel wichtiger ist jedoch: das Gefühl war gut und es hat wieder richtig Spaß gemacht Rennen zu fahren!!!

DANKE allen, die mich unterstützt haben!

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