Schnell, präzise, unscharf – Mein Start in die Sportografen-Community

Herbst 2017, ich liege im Wald und fotografiere die Teilnehmer einer Mountainbikeveranstaltung. Ich nutze die Gelegenheit für ein kurzes Bewerbungsvideo. „Danke für die herrliche Bewerbung, toll dass Du Dich sogar in einem Film vorstellst!“, antwortet Selma auf meine Bewerbungsmail später. Einen kurzen, knackigen Film habe ich im November an SPORTOGRAF geschickt. Nach einiger E-Mail und WhatsApp Korrespondenz sitze ich 4 Monate später im Workshop den SPORTOGRAF jährlich zum Auftakt der Saison veranstaltet.

Fotograf bei der Arbeit
Fotograf bei der Arbeit

Ich bin einer von über 20 Rookies die aufmerksam den Themen und Präsentationen folgen. Nach der kurzen Vorstellung jedes einzelnen ist klar, alle haben Erfahrung mit dem Fotografieren und alle haben Bock neues zu erleben. Positiv überrascht stelle ich fest, dass ich nicht der älteste bin.

Ein bunt gemischter Haufen von jungen Weltverbesserern, über durch und durch überzeugten Rasterlockenträgern mit grobem Strickpulli, bis hin zum ruhigen Mittvierziger aus der Vorstadt mit korrekt gekämmter Frisur. Alles dabei und ich mittendrin. Geil! Die Leidenschaft zur Fotografie und zum Sport oder nur zur Fotografie verbindet hier alle.

Du schreibst ja mit“, sagt Michaela. Sie sitzt eine Reihe hinter mir, auch Rookie. „Ja, ich mache mir Notizen“, antworte ich. „Das ist ja voll oldschool.“, entgegnet sie. Ich bin verdutzt und denke mir, es wird sich zeigen was oldschool ist.

Wichtige Notizen
Wichtige Notizen

Der Anteil aktiver Sportler, hier bei SPORTOGRAF, ist groß. Es machen viele Sport, nicht alle kennen die Jedermann-Wettkämpfe aus eigener Erfahrung. Ich freue mich darauf, die SPORTOGRAFEN Seite kennenzulernen. Aus den letzten Jahren habe ich viele Sportografenbilder zu Hause an der Wand hängen. Auf Grund des folgenschweren Unfalles Ende 2014 und den daraus resultierenden Einschränkungen verlagerten sich meine Interessen mehr und mehr zur Fotografie.

Früher (1)
Früher

LOYALITÄT GEGENÜBER DEM SPORTLER

Wenn Du ein guter Fotograf bist, bedeutet es nicht, dass Du ein guter Sportograf bist“, höre ich von Till. Geil, endlich wird es konkret! Es wird geschildert was gewünscht ist, schnell ausreichend Bilder von jedem Sportler zu schießen, gesagt was geht, was nicht geht und erklärt welches Ziel verfolgt wird. Loyalität gegenüber dem Sportler. Yes Baby, alles mein Ding, denke ich mir und mache mir Notizen. Voll old school.

Im Rahmen eines Workshops werden Bilder gemacht und die Rookies erhalten anschließend Feedback. Der Fokus muss präzise sitzen!

Unter anderem wurde das Thema Mitzieher behandelt. Mein Feedback vom Teamleiter fällt positiv aus. Ausbaufähig, aber positiv. Ich freue mich darauf mehr zu lernen.

Mitzieher
Mitzieher

An diesem Tag gibt es sehr viele Informationen zu zahlreichen Themen. Lieber körnig als unscharf ist eine Devise als es um Belichtungseinstellungen und ISO-Werte geht. Ich lerne eine Menge Leute kennen, unterhalte mich angeregt und fühle mich sehr wohl, es geht mir gut. Unter anderem quatsche ich mit Marco (oben auf dem MTB), der 2017 das Mountainbikerennen La Ruta in Kolumbien fotografierte, mit Brian der davon überzeugt ist, dass das 24 h Mountainbikerennen Finale Ligure an der ligurischen Küste Italiens, das schönste überhaupt ist und abends erzählt Guido mir, dass er in den letzten Jahren bereits in über 30 Ländern gewesen ist. Der Flug zum GFNY New York ist auch schon gebucht. Was fühle ich mich wohl hier! Endlich normale Leute.

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Abends wird gegrillt und gequatscht, Michaela erzählt von ihrer Fotografenausbildung, Robert von seinem Business der Peoplefotografie für Privat- & Gewerbekunden und die Zeit verfliegt. Später sitze ich zu Hause, lasse die Eindrücke Revue passieren und freue mich auf die bevorstehenden Events. Mir hämmert der Schädel, aber ich bin glücklich. Anhand der Bilder vom heutigen Workshop ist erkennbar was ich besser machen kann. Ich überfliege erneut meine Notizen, voll oldschool, ts ts ts.

Am nächsten Tag stellen der Blitzgott Ralf und Ausrüstungs-MacGyver Marco ihr Wissen im Rahmen einer kleinen Ausstellung zur Verfügung. Die Vorgehensweise beim Fotografieren im Heldenzelt wird erklärt und Detailteufel-Goran geht auf Fragen zur Foto- und Blitztechnik ein. Die Neuen fragen viel, ich auch, es wird angeregt gefachsimpelt, laut gelacht, beeindruckende Heldenstories erzählt und viel zu starker Kaffee getrunken. Klasse, ich fühle mich immer wohler.

Nachmittags auf dem Heimweg dröhnt im Auto YOU SHOOK ME ALL NIGHT LONG von AC/DC, die Sonne knallt vom Himmel, ich bin voller Vorfreude und neugierig auf mein erstes Event. Mein erstes Event auf dem ich Sportler fotografieren werde, die sich freuen und stolz sind wenn es ihre Heldenbilder gibt und zu sehen ist, dass alles gegeben wurde.

Am nächsten Tag bereits erhalte ich zwei Einladungen zu belgischen Radrennen Ende April.

Vorfreude
Vorfreude

Aus einem bald sollte viel öfter ein jetzt gemacht werden, bevor ein nie daraus wird.

 

Text by Niels Gaury

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