Spartan Race – Trifecta!

Im not sure why we do these things, but it sure is fun

Letztes Jahr bin ich noch mit der Kamera über das Gelände gesprungen und habe die Leute fotografiert, die sich über die zahlreichen Hindernisse und die Berge quälen. Hättest du mir damals gesagt, dass ich ein Jahr später selber auf der Beast-Strecke mitlaufen würde… ich wäre lachend weg gelaufen.

Tjo und jetzt sitz ich Samstag morgen mit Vanessa im Auto und fahre wieder auf das Festival Gelände in dieser wunderschönen Ecke Tirols. Im Gepäck keine Kameras, sondern Trinkrucksäcke und Trailrunningschuhe. Vor uns liegen mindestens 20km und 25 Hindernisse rund um Oberndorf in Tirol.

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Angefangen hat der ganze Wahnsinn ja mit der spontanen Schnapsidee mit Patrick im April. Nach dem Super in Wien fehlte mir also nur noch das Beast-Drittel vom Trifecta-Kuchen.
Nachdem ich in Wien doch recht hart darauf hingewiesen wurde, dass man diese Hindernisläufe -soviel Spaß sie auch machen- sportlich nicht unterschätzen sollte, bereitete ich mich auf den Beast sogar mal vor. Mehrmals pro Woche Laufen, Krafttraining im Fitness und die Aphrodite einmal pro Woche um mich an die Burpees zu gewöhnen, standen auf dem Plan.

Der dicke Junge war also diesmal vorbereitet!

Die Orga am Festivalgelände war wieder vom Feinsten! Auch wenn die Pfeile auf den “zum Rennen”-Schildern teilweise etwas klein waren 😀
Zack: Parken – Zack: umziehen – ..Z … za…. nein nicht am Bag-Drop anstellen…. Zack: Startnummern geholt – Ab zum WarmUp – Pogo! – Peng: Start

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Anders als letztes Jahr geht es dieses Mal zuerst in den Steinbruch. Durch lustige Schlammlöcher, bei denen ich erst zu spät bemerkte warum alle am Rand liefen (einmal bis zum Knie im Matsch einsinken, bitte), über diverse Variationen von Mauern und Hürden und nach einem erfrischenden Bad in dem kleinen “See” am tiefsten Punkt des Steinbruchs, hatten wir den ersten Abschnitt recht zügig hinter uns und vor allem eins: ne Menge Spaß.

Bissl bergauf gehts zu Spear Throw. Wir teilen uns 30 Burpees und laufen in den Wald… und was für ein Wald… es geht wirklich mitten durchs Gestrüpp und da wo keine Wurzeln oder Sträucher sind, ist der Boden zu fast knietiefen Matschgruben mutiert. In diesem Gelände tragen wir Autoreifen und Baumstämme. Des öfteren hört man Spartaner über verlorenen Schuhe klagen. Vanessa pflanzt ihren Baumstamm pflichtbewusst in die weiche Erde ein, für den Baum sicher toll, für das weitere Tragen des Stammes eher unvorteilhaft.

Nach dem Wald gehts einmal quer durchs Tal, durch den Fluss und dann auf der anderen Seite durch eine Wasserrinne wieder rauf, die später zu einem netten, kleinen Bach wird. Zwischendurch haben wir noch versucht den Schotter/Schlamm aus unseren Schuhen zu waschen… mit mäßigen(keinem) Erfolg.

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Ab hier wurde es echt hart. Das Rennen hat sich schon vorher damit gebrüstet, dass es 1500hm auf der Beast-Distanz zu überwinden gilt. Der Anstieg ging noch im Bach los, hier machte es Spaß über die Netze und Balken die Stufen im Wasser zu erklettern, dann ging es in den Wald und meine Güte ging das aufwärts. Im Schnitt 30% Steigung auf 5km Strecke. Um sicher zu stellen, dass die Waden auch gut gefordert werden gabs im Aufstieg auch noch die Traverse Wall (im Boulder-Stil seitlich an einer Wand entlang), den Log-Hop (mit Gummibändern um die Knöchel über Baumstämme springen) und Hey! Wie wärs mit nem ZWEITEN SPEERWURF! Fuck Yeah! Wir teilen uns 60 Burpees… wobei uns hier auf einmal andere Spartaner zur Hilfe kommen und Vanessa ein paar Burpees abnehmen.

An dieser Stelle muss ich einfach mal erwähnen wie unglaublich hilfsbereit jeder bei diesen Rennen ist. Bei den ersten Anflügen von Krämpfen dauerte es keine 5 Minuten bis uns jemand Magnesium angeboten hat.

Nachdem wir auf der Hälfte des Anstiegs eine kleine Erfrischung in einem Bergsee nehmen “durften” und uns unsere Zahlen-Buchstaben Kombination am Memory Board eingeprägt hatten (Oscar 653 3897… die werd ich so schnell nimmer vergessen), ging es weiter. Wir kommen mit Philip und Daniel ins Gespräch, weswegen der restliche Aufstieg etwas zu einer gemütlichen Wanderung verkommt, als wir oben ankommen, sind wir aber trotzdem froh.

Der Abstieg ist purer Genuss, breite Schotter Wege und eine wahnsinnige Aussicht. Wir lassen es laufen… bis sich vor uns ein Stau bildet. Gut, warum staut es sich bei so einem Rennen? genau! ein Hindernis. An der Länge des Staus kann man meist ausmachen wie hart dieses Hindernis ist… Es ist der Sandbag-Carry und wir warten gute 15 Minuten, vielleicht länger, bis ein Sandsack für mich zurück zum Ausgangspunkt kommt. Dann heissts 20kg Sandsack auf den Buckel und nochmal 100hm auf 300m Distanz überwinden… also einfach querfeldein den Berg hoch, kein Weg, kein Trail, einfach Wiese und n bissl Gebüsch. Das liest sich jetzt recht harmlos, kann man aber recht simpel daheim nachstellen.

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Schnappt euch mal einen 20kg Katzenstreu-Sack und tragt den in eurem heimischen Hochhaus über die Treppen in den 10. Stock. Klingt gar nimmer soooo geil, oder? 😀 und jetzt hattet ihr noch regelmäßige, trittfeste Stufen.
Achja, danach natürlich auch wieder runter, der Nächste will dieses tolle Erlebnis ja nicht missen.

Gut, dass der Sandsack gleichzeitig ein 1A Sitzkissen darstellt. Als ich gerade kurz davor war das erste mal Pause zu machen rufts auf einmal “Ey Alex du faule Sau, wenn du schon Pause machen musst, dann hier!”. Hallo Reinhard! Ich schleppe mich noch die paar Meter und hol beim Quatschen etwas Luft. In ähnlich großen Etappen (je ca. 10hm) geht es danach weiter.
Auf dem Abstieg war da dann auf einmal ne Menschenreihe, die vor mir kreuzte… haben die n paar Minuten nach mir einfach die Carry-Strecke verkürzt… auf weniger als die Hälfte! … Danke! *wilde Flüche*

Sandsack weg und jetzt wirklich bergab! Yeeeeeehaaaaw! Oh, Moment, wie wärs mit Knieschmerzen? Jaaaa Knieschmerzen wären super jetzt! also: Knieschmerzen!

Ich schick Vanessa vor und mach langsam. Irgendwann beschließe ich dann, dass es jetzt langsam mal gut wäre das Kiesbett aus den Schuhen zu entfernen. Also kurz hinsetzen und Schuhe aus…

Wenn das nicht aufhört wirds schwer mit dem Finish

Die Mutter aller Krämpfe zündet in meinen inneren Oberschenkeln. Sitzen geht nicht, Stehen geht nicht, Schuhe wieder anziehen ist in etwa so angenehm wie aus 3 Metern in den Spagat zu springen. Mein Notfall-Magnesium Stick schütte ich zur Hälfte aus. zuckend-humpelnd laufe ich weiter. “Wenn das nicht aufhört wirds schwer mit dem Finish”- ziemlicher Scheiß Gedanke kann ich euch sagen. Zum Glück ist hinter der nächsten Kurve wieder Stau… Chain-Carry! Ich kotze innerlich. Dank dem Stau hab ich aber Zeit meine Beine etwas zu dehnen und als die nächste Kette zu mir kommt, geht es wieder einigermaßen.

Die Kette hat so 30Kilo, lässt sich aber besser tragen als der sch*** Sandsack. Es geht leicht hoch und über schlammige, teils rutschige Wiese wieder runter. Im Gegensatz zum Sandbag aber wirklich geschenkt. Vanessa liegt entspannt in der Sonne und nascht nen Riegel als ich zu ihr komme, nachdem ich die Kette los bin. Da es bei beiden Carries für Sie leichtere Teile gab und deutlich weniger Frauen als Männer den Beast laufen, musste sie nicht auf freies Zusatzgewicht warten.

Teils Joggend, teils Knieschonend wandernd gehts weiter runter ins Tal. Auf dem Weg waren noch ein paar Hindernisse, der Balance Beam zB. vielleicht waren da auch noch Mauern, hier hatte ich aber meinen mentalen Tiefpunkt.

Du hättest mir ne Tonne voll Pudding hinstellen können und sagen ich muss die rühren bis er lila wird… Ich hätte es vermutlich gemacht. Kopf war aus.

Durch eine teils echt rutschige Wasserrinne mit regelmäßigen kleinen Brücken unter denen wir durch krabbeln gehts gen Festival Gelände. Nach dem Atlas-Carry noch einmal bei der Verpflegung auftanken, ich füll meinen Trinkrucksack auf, 2 Liter erfolgreich weggenuckelt. Dann noch n schönen Becher Salzwasser… hätte auch nie gedacht, dass ich das a) mal tun werde und b) mir das auch noch schmeckt.

Nach dem Fluss (sooooo schön kalt und erfrischend) ist die Strecke etwas nervig, permanent quer zum Hang an der Grenze zum Wald/Gebüsch… die Körperhaltung war also ziemlich genau so \) wobei die Klammer hier den Läufer darstellt. Aber ja, ihr kennt das, Alex miezt gern.

Eingang zum Gelände: Memory Board check… na? wer weiß es noch? ohne zu gucken? 😀
Dann Tyrolean Traverse, aka an einem gespannten Seil entlang. Bitte! Ich hab seit Wien quasi Seile studiert! Easy!

Vanessa kämpft mit Krämpfen. Mit n bissl Anschreien, Klatschen und “glei hastes” kommt sie aber auch gut rüber: high five! und weiter… und was kommt? jop, genau, Seil klettern. Mein Nemesis. Seitdem ich im April mit diesem Spartan Zeug angefangen habe, bin ich an diesem Seil gescheitert. Ich habe noch keine Möglichkeit gefunden, wo ich das trainieren kann und so hab ich einfach an Klimmzügen und genereller Oberkörperkraft gearbeitet. Aber ob das reicht weiß man halt nie, bis man bei dem Rennen an diesem Teil hängt.

Nun, es hat gereicht. Es war so ziemlich der geilste Moment ganz oben dieser verfluchten Glocke einer reinhauen zu können und keine Burpees machen zu müssen… ok, Burpees hab ich trotzdem gemacht, Vanessa zuzusehen macht zwar schon Spaß, aber one Team und so. Stairway to Sparta: wie bei den Mauern: 195cm Körpergröße is halt n bissl Cheatmode 🙂

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MultiRig – hangeln – zum Glück trockene Griffe und ein Weiteres “check – keine Burpees”. Als Nächstes kommt der wohl spaßigste Teil, erst ca. 75m durch Schlamm unter Stacheldraht durch und dann 3 mal über einen Dreckhügel und anschließend ein “Wasserbecken”. Memo: wenn deine Hände schlammig sind, ist es eher schwierig sich Dreck aus den Augen zu reiben.

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Kurz davor etwas verdammt dummes zu tun

Jetzt noch fix über den Cargocontainer gekraxelt, die Frisur gerichtet und Anlauf nehmen.

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Hops

FINISH!

Nach 6Stunden und 30Minuten bekommen wir unsere grüne Medaille. 25km war die gesamte Strecke am Ende lang.
Ich bin super zufrieden, nur einmal Burpees kassiert beim Speerwurf und den wohl härtesten Beast in Mitteleuropa abgehakt.

Die Trifecta 2016 ist voll!

Aber genug hab ich noch nicht. Next Up: Trifecta Weekend!

Danke an Spartan Race und Stefan für dieses epische Event.

Danke auch an Sportograf und das Team (Minh, Reinhard, Alex ‘der Russe’, Anka, Philip, Filip, Alex, Emanuele und Jojo) für die geilen Fotos

besonderen Dank an meine Trainingspartnerin, Mitläuferin und Burpeequelle ( 😉 ) Vanessa, ganz besonders für die Couch, als das Auto nimmer wollte.

Euer Alex

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Das Danach:

  • Meine Socken waren dank dem Kies mehr Loch als Stoff.
  • Ich hatte mit Dreck gefüllte Blasen an den Füßen.
  • Vanessa wurde den ganzen Abend noch durch Krämpfe gepeitscht, sehr zu meiner Belustigung.
  • Es ist unglaublich wie lang und wo man noch alles Dreck am Körper findet.

http://blog.alexmersdorf.de

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