Snow Bike Festival 2016 in Gstaad – Rückblick und ein paar Einblicke

Es war Anfang Januar, als mich die Info erreichte, dass ich der Gewinner des Sportograf-Gewinnspiels zum Snow Bike Festival 2016 in Gstaad bin. Der Preis: kostenloser Race-Pass (Wert stolze 990,- CHF) inkl. Leih-Fatbike für die 3 Festivaltage vom 22.-24.01.2016. Die Freude war natürlich riesig – zumal ich immer für neue sportliche Erfahrungen offen bin und ein Etappenrennen auf einem Fatbike im verschneiten Berner Oberland definitiv nach Spaß und Action nach meinem Geschmack klingt. Also machte ich mich am Donnerstagabend nach der Arbeit auf den Weg nach Gstaad. Vor Ort erwartete mich das, was den besonderen Reiz des Snow Bike Festivals ausmachen sollte: die einzigartige Schweizer Bergwelt in ein schickes, weisses Kleid gehüllt.

Sportograf @ Snow Bike Festival

Nach der Race-Registrierung konnte ich mein Fatbike für die Festival-Tage in Empfang nehmen. Ich muss zugeben, dass ich mich mittlerweile an den Anblick der monströs anmutenden Reifen gewöhnt habe – aber ein wenig speziell war es ja schon, als ich nach der Klickpedal-Montage und der Feinjustierung der versenkbaren Sattelstütze zu einer kurzen Probefahrt ansetzte, um den Luftdruck der Bereifung von gerade einmal 0,5bar zu testen. Normalerweise bin ich ja auf schmaleren Reifen und mehr Luftdruck unterwegs – und Fatbiking war bis auf ein Probewochenende Anfang 2015 absolutes Neuland. Erstes Fazit: die Traktion auf Schnee ist definitiv super – inwieweit es sich im Renneinsatz bewährt, sollten die kommenden Tage lehren.

Sportograf @ Snow Bike Festival

Der Freitagmorgen ließ es schon beim Öffnen der Tür meines glücklicherweise mit Standheizung ausgestatteten VW-Bus erahnen. Es sollte ein erster Etappentag bei klirrender Kälte werden. Zum Rennstart um 9.30 Uhr zeigte das Thermometer -11°C. Brrr, ein echter Härtetest für das Zwiebelschalenschichtprinzip, das ich unter anderem nach kurzem Gespräch am Vorabend mit Rocky Mountain-Neuzugang Hielke Elferink für die erste Etappe ausgewählt hatte. Sie war den Tag über schon auf der Strecke unterwegs und konnte etwas über die vorherrschenden Bedingungen berichten – Tipps vom Profi hautnah. In weiser Voraussicht hatte ich noch zusätzlich ein Paar Langlaufhandschuhe in die Rückentasche gepackt, um für den Fall der Fälle gerüstet zu sein. Ich sollte sie noch gut gebrauchen können. Nach neutralisiertem Start im Zentrum von Gstaad ging’s dann hinter einem Quad ab in den Schnee. Die ersten Kilometer auf gut präpariertem Winterwanderweg Richtung Saanen ließen nicht nur die Räder rotieren. Im gesamten Feld waren Aufwärmübungen für die Arme zu sichten, um der Kälte entgegenzuwirken. Es war schlichtweg saukalt und die Finger schmerzten schon recht früh, was mich irgendwann trotz Zeitverlust zur Entscheidung für das zweite Paar Handschuhe überziehen bewog – eine Lehre, die ich für die kommenden Etappentage vom Start weg umsetzte und ab da an eher zu warme Finger genießen konnte. PS: wer nun an Weichei denkt: der Inhalt der Trinkflasche war zu diesem Zeitpunkt bereits gefroren 😉 Von nun an war volle Konzentration auf’s Rennen angesagt – naja, nicht ganz… Bei einer Abfahrt auf vereistem Asphalt reichte der Grip der fetten Räder dann doch nicht aus und so fand ich mich auf dem Boden liegend wieder. Allzu schmerzhaft war’s nicht – allerdings hatte das Schaltwerk einen Schlag abbekommen, was mich in der Folge noch beschäftigen sollte. Der herannahende Gegenanstieg bzw. wohl eher der Gangwechsel auf die bergfreundlichere Übersetzung transportierte die Kette wegen des verbogenen Schaltauges über’s Ziel hinaus und so verklemmte sie sich recht fies hinter dem Ritzelpaket. Was eine Fummelei, bis die Kette ohne großen Schaden wieder an ihrem Bestimmungsort war. Von da an hieß es in dickerem Gang den Berg hochkurbeln, um Kettenspringen zu entgehen – bei einem Bikegewicht um die 16kg ein zusätzlicher Kraftakt. Als dann die Bergstation vom Eggli-Lift erreicht war, war’s um die Anstrengung gleich vergessen und ein fettes Grinsen machte sich breit. Ab dort lag eine rasante Abfahrt auf der Rodelpiste bis zum Ziel vor uns. Spätestens dort wurden einem die Vorzüge eines

Fatbikes mit seinem massiven Grip so richtig bewusst. Ein paar Slides zum Vergnügen mussten dann aber doch sein…

Sportograf @ Snow Bike Festival

Etappenlänge 1. Tag: 29 km / 933 Höhenmeter

Der zweite Etappentag hatte eine neue Überraschung parat. Diesmal hatte es in der Nacht leicht geregnet und durch die nicht mehr ganz so krassen Minusgrade zum Morgen war mit einer teilweise vereisten Rennstrecke zu rechnen. Die Route führte uns gleich zu Beginn den identischen Weg hinauf, welchen wir am Vortag noch per Abfahrt genießen durften – den Schlittenweg bis zum Eggli. Ab hier hatte schon der Veranstalter beim Renn-Briefing am Vorabend auf viel Spaß und Action hingewiesen, denn es ging die rote Skipiste hinab. Aufgrund teilweise schräg abhängender Kurven wurde nicht nur die eigene Fahrtechnik auf die Probe gestellt, sondern auch schon an der Grenze der Physik gekratzt. Dieser Downhill war definitiv einer der großen Highlights des Snow Bike Festivals. Von da an ging es auf einem schneebedeckten Winterwanderweg mit welligem Verlauf Richtung Gsteig, wo die Verpflegungsstelle direkt im Kuhstall eingerichtet war. Diesen galt es dann letztlich noch in voller Länge zu durchfahren – zur Freude der muhenden Bewohner. Der Rückweg nach Gstaad wurde wieder via Winterwanderweg in Angriff genommen. Tempobolzen war hier angesagt.

Sportograf @ Snow Bike Festival

Etappenlänge 2. Tag: 35km / 1.009 Höhenmeter

Mit der 2. Etappe war der Tag jedoch noch nicht zu Ende. Am Samstagabend wartete noch das „Rocky Mountain Eliminator Night Race“. Hierfür wurde extra ein herausfordernder Rundkurs am Fuße des Wispile-Skilifts geschaffen, der mit Flutlicht- und Mondausleuchtung eine besondere Atmosphäre nach Gstaad zauberte. In 4-er Gruppen wurden per Ausscheidungsrennen die schnellsten Fatbiker/-innen ermittelt.

Wer noch immer überschüssige Energie zu verzeichnen hatte, konnte sich letztlich an der After-Race- Party mit DJ vollends austoben. Doch auch am Sonntag hieß es um 9.30 Uhr auf der Promenade von Gstaad zum Start parat zu sein.

Sportograf @ Snow Bike Festival

Schlussetappe: 25km / 487 Höhenmeter

Die Schlussetappe führte uns über einen landschaftlich tollen Rundkurs via Lauenensee zurück nach Gstaad. Auch wenn es ein paar knackige Anstiege zu bewältigen gab, so konnte man einige davon im dickeren Gang durchdrücken und es war eher eine Tempoetappe. Dies ist auch an der Streckenzeit des Etappensiegers Johann Tschopp zu erkennen, der die 25km und 487 Höhenmeter in genau einer Stunde in den Schnee fräste. Allerdings war auch hier eine knifflige Abfahrt auf der Skipiste zu bewältigen, die den einen oder anderen Mitstreiter in den Tiefschnee neben der Piste beförderte.

Es würde noch so viele nette Kurzgeschichten rund um das Event zu erzählen geben – sei es die Stimmung im Fahrerfeld zusammen mit den Volunteers, oder das leckere Essen, oder oder. Stattdessen möchte ich meinen Bericht mit einem fetten Dankeschön an Sportograf und dem Veranstalter vom Snow Bike Festival enden lassen. Es war mir eine große Freude und ein besonderes Erlebnis am diesjährigen Festival teilzunehmen. Merci vielmol!

Ronnie Weissenfeld

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